LG Optimus 7 II P715 auf Android 4.4.4 Kitkat bringen – und beschleunigen

LG Optimus 7 II P715 auf Android 4.4.4 Kitkat bringen – und beschleunigen

Vor gefühlt nicht langer Zeit hatte ich mir für viel Geld das P715 aus dem Ausland bestellt, da damals weder kleine noch Dualsim Handies hier in Deutschland gut verfügbar waren – und insbesondere das recht gut bewertete 715 gab es nur im Ausland.

Mit der Zeit ist es unerträglich langsam geworden, und über Android 4.1 (oder 4.0??) ging das offizielle Update auch nie hinaus.

Wobei es wohl ein offizielles Kitkat Update gibt, das es allerdings nie auf mein Telefon geschafft hat (trotz Suche nach Updates im Handy) – das war wohl auch gut, stellte sich doch später heraus, daß dieses nochmal noch langsamer lief.

Fairerweise sollte ich noch sagen, daß ein Teil der Langsamkeit wohl auch daher kommt, daß ich das Handy benutzt habe. Mit der Zeit haben sich zahllose Apps, SMS und Bilder angesammelt. Allerdings – ein wirklicher Powernutzer war ich nie. Und.. zahllose Apps ist auch sehr relativ bei dem extrem kleinen Speicher, der dann auch noch mit zahlreichen Zwangsapps voll war. Eine ganze Zeit konnte ich nicht einmal Updates installieren, weil jeweils der Platz nicht ausreichte.

Goldene Zukunft

Bei der Suche zunächst auf Google und dann auf XDA Developer fand ich schließlich ein Rom bei dem auf der letzten Seite von keinen offenen Bugs die Rede war. Dazwischen war dann sogar die Rede davon, wie flüssig alles läuft. Das mußte ich haben!

Das letzte von mir upgedatete Gerät war der Nook HD+, den ich ebenfalls auf Kitkat gebracht hatte, dort allerdings deutlich einfacher, hatte Barnes & Noble hier doch dem Anwender einige offizielle Wege gelassen, mit der gekauften Hardware zu machen, was der Benutzer wollte. Evtl. werde ich den HD+, weil mir das Update so viel Spaß gemacht hat und auch nur wenige Stunden gedauert hat noch einmal auf CM 12 oder CM 12.1 bringen. (Unglaublich und sehr schön, daß das Gerät nach wie vor gepflegt wird!)

LG – so wie nahezu alle anderen Hersteller – hat hier einiges an Schweiß vor die bereits erspähten und erhofften Früchte gesetzt.

Übersicht über benötigte Schritte

  1. Treiber auf PC bringen
  2. LG Flash Tool aufsetzen
  3. Zwischenversions-Kitkat mit CWM und Root flashen
  4. Über langsames Stock-ROM wundern
  5. Mokee holen und per Recovery flashen
  6. GApps runterladen und flashen
  7. Zahlreiche weitere Tools installieren
  8. Erneut rooten
  9. Open Camera updaten
  10. Konfigurieren, damit SIMs wie gewünscht laufen
  11. Konfigurieren, damit Scrollen in Listen noch flüssiger läuft


Am Ende können wir uns freuen über:

  • Alle Funktionen (die ich getestet habe) funktionieren, bis auf SIM-Wechsel Taste
  • Viel „leichtere” Applikationen, z. B. Open Camera (1MB) statt Google Camera (40MB) bei mehr Funktionen
  • Minimum an Google Apps
  • Verwundernd schnell bei 768MB Speicher
  • Noch viel freier Platz auf dem internen Speicher
  • Root Rechte
  • CWM
  • Viele neue Optionen
  • Android Kitkat 4.4.4
  • Läuft wieder so, als wäre es neu

Installation der Treiber unter Windows

Um das 715 flashen zu können, benötigen wir die Gerätetreiber von LG, die Windows das Modem (so meldet sich das Handy im speziellen Update-Modus) erkennen lassen. Diese gibt es hier bei LG. Sie funktionieren auch für das 715.

Außerdem müssen wir noch „Debuggen über USB” aktivieren, wie hier beschrieben müssen wir in den Telefoninformationen 5x auf die Software-Version klicken. Irgendwann erscheint auch ein Zähler, der uns sagt, daß wir auf dem richtigen Weg sind.

Zwischenupdate auf originales Kitkat 4.4.2

Ich hatte schon in einigen Foren davon gelesen, wie grottig langsam das Handy nach dem „offiziellen” Kitkat Update läuft, hatte mich dann aber auch wieder gewundert: mal (kurzzeitig) läuft es sehr flüssig, aber wenn man z. B. ein Programm öffnet und parallel die Benachrichtigungen von oben reinzieht geht für einige Sekunden gar nichts mehr.

Das Update auf 4.4.2 gibt es hier, dieses ist insofern sehr nützlich und auch wichtig, weil es nebenbei noch das Handy rootet und auch CWM Recovery installiert, was wir später noch benötigen. Auf der Seite müssen wir nach der passenden Version für das P715 suchen, und dann den Anweisungen zum Flashen folgen – mit dem ebenfalls auf der Seite verlinkten LG Flash Tool von 2014.

Wir sollten hier den Anweisungen, die etwa auch beschreiben, daß wir das Telefon mit gedrückter leiser-Taste an den USB anschließen, damit es im Emergency-Modus startet, genau folgen.

Bei 95% stürzt dann das Tool ab und das Handy startet neu – das muß so sein (it’s not a bug..) und sollte uns nicht weiter wundern, es bootet dann korrekt in das neue Betriebssystem. Eine Meldung „Verbindung mit Server fehlgeschlagen” wie auch ähnliche Fehlermeldungen sollte man – so lange das Programm weiterarbeitet – nicht wegklicken sondern ignorieren und stehenlassen.

Nach kurzem Test können wir das ROM dann entweder so weiterverwenden (wenn jemand damit zufrieden ist) oder eben weitermachen.

Noch ein Hinweis zum Flashen: zwischendurch kann man Sprache und Land auswählen, das Land kann man auf Korea lassen, die Sprache sollte man auf Englisch (oder Deutsch) schalten, damit man die (Fehler-)Meldungen besser verstehen kann.

Benötigte Apps fürs nächste Update

Jetzt müssen wir den ROM Manager installieren und evtl. noch eine Backup Lösung.

Für das Backup gibt es Apps wie Helium oder auch Titanium Backup.

Für das Flashen benötigen wir SuperSU, das wir im „normalen Modus” installieren können, da das ROM bereits gerootet ist.

Dazu benötigen wir noch den Rom Manager. Helium und Rom Manager sind übrigens auf der Clockworkmod Seite verlinkt. Beim ROM Manager wählen wir dann, daß wir bereits ein CWM installiert haben, und daß dieses die Version 3.x hat. (Ich glaube, es ist jedoch eine 5.x oder 6.x, aber das funktioniert so.)

In meinem Fall habe ich mit Helium nochmal alles mögliche gebackupt: vorab die Apps, SMS und Einstellungen, später im Recovery Boot gibt es die Option, das aktuelle ROM auf die SD Karte zu sichern. Nach dem Reboot habe ich für alle Fälle „Fix Root” ausgewählt, wobei das vermutlich nicht nötig ist, bei den nächsten Malen habe ich es nicht mehr benutzt. Zumal wir ja immer wieder in die Recovery reinkommen und so den Root Zugang wieder aktivieren können.

Flashen von Mokee

Im folgenden benötigen wir die Dateien von
Mokee, erzeugt von weritos, hier insbesondere die Datei MokeeOS_P715_V2.zip. Diese müssen wir dann auf die SD Karte im Handy kopieren (nicht in den internen Flash, wir benötigen hier eine eingelegte SD Karte).

Dann wählen wir im ROM Manager den Restart in die Recovery Umgebung. Dort können wir auch noch einmal ein Backup des Systemimages machen. Anschließend können wir die Mokee Zip Datei installieren und neu starten. (Bzw. genauer gesagt: den Anweisungen im Thread folgen, da hier auch wieder einige Schritte erforderlich sind.)

WP_20150911_17_48_16_Pro

Das Menü bedienen wir mit der Lautstärketaste (rauf/runter) sowie der An-/Aus-Taste (auswählen).

Erweitern von Mokee

WP_20150911_17_49_31_Pro

Als erstes werden die GApps wieder installiert – ohne diese gibt es keinen Playstore, und das Leben ist langweilig und einsam.

(Ich habe das System auf Englisch gestellt, auf deutsch heißen die Systemeinträge dann entsprechend anders.)

Unter Settings->System->Mokee center->“Extras“ drücken wir oben auf Refresh (den Kreis). Dann sehen wir den Google Mobile Service, einen ca. 20MB großen Download. Bei mir hat dieser nicht erfolgreich installiert, ich habe diese Datei dann am Computer auf die externe SD Karte kopiert und dort im Recovery Modus installiert.

Apropos Recovery: diese ist glücklicherweise erhalten geblieben, was ja auch nützlich ist, wenn wir z. B. später noch einmal ein neues ROM installieren wollen. Wir müssen hier unter Settings->Developer Options->Advanced Reboot auswählen, dann bekommen wir, wenn wir das Telefon neustarten, die Option „Reboot und Recovery” und landen wieder im CWM Menü.

Der Play Store (installiert durch gapps) startete korrekt erst nach dem 2. Start
1. Start: Google Account hinzufügen
2. Start: Lizenzbedingungen akzeptieren, dann klappte alles

Die Recovery wird auch für SuperSU wieder wichtig, denn aktuell haben wir keine Root-Rechte. Ich habe den SuperSU aus dem Playstore installiert, er konnte sich allerdings nicht die benötigten Rechte besorgen, also habe ich via XDA Developer eine SuperSU Zip Datei gefunden, die sich dann wieder im Recovery installieren läßt. Anschließend klappt auch wieder alles mit den Rechten, und wir müssen erst einmal nicht mehr in den Recovery gehen.

Open Camera

Open Camera ist eine App, die kleiner als 1MB ist, und gleichzeitig gefühlt 3x so viele Features bietet wie die Google Camera, die ca. 40MB groß ist.

Leider ist sie als Systemapp verankert und läßt sich auch nicht updaten. Hier habe ich Titanium Backup Root installiert, und damit dann Open Camera deinstalliert. Nach einem benötigten Neustart (und erst dann) konnte ich Open Camera in der aktuellen Version installieren, diese läßt sich dann vermutlich und hoffentlich auch wieder updaten. Und: die Kamera funktionierte bei meinen Tests, inkl. Blitz und Video, ohne Probleme.

Mokee Einstellungen

Die folgenden Einstellungen sind natürlich Geschmackssache. Für mich war folgendes wichtig:

Die Wetter-App zeigt Fahrenheit an – das geht natürlich gar nicht. Wir wählen also in den Einstellungen widgets -> clock widgets -> weather panel und dann use metric.

Da ich das Handy als Wecker verwenden möchte, habe ich noch Zedge Ringtones installiert und dort nach „wake up soft” gesucht, dort waren einige nette Melodien dabei, damit ich morgens auch sanft geweckt werde und gut gelaunt in den Tag starten kann. Die App kenne ich ansonsten nicht, hoffe jedoch, daß sie mich mit Werbung in Ruhe läßt, wenn ich sie nicht benutze.

Für mich ist noch die SIM-Konfiguration wichtig.

Hier habe ich unter Settings-> Default SIM Selection -> Voice calls dann Always ask gewählt, da ich ausgehende Anrufe jeweils mit unterschiedlichen SIM Karten machen möchte. Bei SMS habe ich immer eine SIM gewählt, ebenso bei den Daten. Normalerweise hat man ja auch im Dual-SIM eine bestimmte Aufteilung, sei es geschäftlich und privat, aber oft eben auch Internet-Flat und Sprach-Flat o. ä., das läßt sich hiermit recht gut konfigurieren.

Wo ich zunächst unentschlossen war, war die Animation beim Scrollen in Listen. Zunächst fand ich diese ganz nett, nach kurzer Zeit jedoch eher verwirrend, da man schlechter sieht, wo man hinscrollt, ferner ist diese Funktion bei (sehr) langen Listen auch langsam. Also in den Einstellungen Display & lights -> ListView animation deaktiviert.

Fazit

Ich habe ja schon oben gesagt, was wir am Ende alles haben werden, und ich bin bislang angenehm überrascht. Auch der Akkuverbrauch scheint akutell sehr gut (also gering) zu sein. Zusammen mit dem Schreiben dieses Eintrags habe ich zwar etliche Stunden daran gesessen (und hoffe hiermit, dem werten Leser diese Zeit deutlich verkürzen zu können), habe jedoch jetzt erstmal wieder ein Handy, was eine ganze Weile zufriedenstellend laufen sollte. Ich muß hierbei eben vergessen, daß das Handy eine schlechte Kamera hat und es besser Handies wie das Lenovo Note 3 (das aber auch ein wenig größer ist) für etwas über 130€ gibt. Und Windows Phone ist ja auch deutlich deutlich weniger schlecht als es Windows Mobile war, und das zu teilweise sehr guten Preisen.

Kleine Einschränkung noch: Die Taste zum Wechseln der SIMs bleibt funktionslos, jetzt müssen wir bei jedem Anruf wählen, wie wir telefonieren wollen. Das ist für mich auch wiederum gar nicht so schlecht, da ich früher auch immer schlecht erkannt hatte, welche SIM gerade aktiv ist, und auch das Umschalten immer etwas zu lang gedauert hatte. Die Farbanzeige war zwar nett, aber diese sah man (in groß) auch erst, wenn man bereits angerufen hatte.

Viel Freude mit dem neuen alten Handy!

One thought on “LG Optimus 7 II P715 auf Android 4.4.4 Kitkat bringen – und beschleunigen

  1. Diese Variante ist von dem „Google Play Service Wakelock Batterydrain” betroffen. Daher sollte man direkt den Energiesparmodus (Battery->Save Power) anschalten. Insbesondere entlädt sich nämlich das Telefon sonst auch im Airplane-Modus schnell weiter – so daß morgens schon einmal der Wecker nicht läutet, da das Handy sich abgeschaltet hat aufgrund ständiger Play Service Tätigkeit.

    Wirklich behoben wird dieses Problem so allerdings auch nicht, nur minimal verbessert.

    Eine Variante, das Problem wirklich zu beheben, besteht darin, eine angepasste Variante der Google Play Services zu installieren. Wir benötigen für das P715 die Version „034”, wie wir auch sehen können, wenn wir unter Settings->Apps->Google Play Services uns die installierte Version anschaun (letzte 3 Ziffern).

    Nach der Installation sollte es jetzt deutlich besser aussehen mit der Batterielaufzeit.

    Weitere Informationen sowie evtl. sauberere Lösungen (wir müssen die Play Services nach jedem Update erneut „patchen”) finden sich hier sowie hier bei XDA.

    Eine weitere wichtige App, die ich versäumt hatte, oben zu installieren, ist Google Maps. Beim ersten Start kommt eine Abfrage, diese sollte man mit „Ja” beantworten, ansonsten funktioniert die Navigation überhaupt nicht – das Handy weiß grundsätzlich nicht, wo wir sind. Auch die Routenberechnung wird so nicht starten.

    Noch eine Sache zum Thema Notifications: alle Apps, die (unerwünscht) Nachrichten anzeigen, auch wenn sie nicht gestartet sind, sollten noch diese Berechtigung entzogen bekommen, so wie etwa Zedge. Dies geht via Settings->Apps->Zedge->Show Notifications. (Dort dann das Häkchen entfernen.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.