Dell Inspiron 15R SE Upgrade: 8GB -> 16GB RAM, 32GB -> 512GB SSD

Dell Inspiron 15R SE Upgrade: 8GB -> 16GB RAM, 32GB -> 512GB SSD

Wenn jemand eine Reise tut oder auch seinen Notebook aufgerüsten tut, so hat er viel zu erzählen.

Lange Zeit habe ich mich davor gedrückt, mit meinem Notebook zu virtualisieren. Der beschränkte Speicher und die langsame Festplatte (2.5“ magnetische Platten sind deutlich langsamer als 3.5“ Platten) zusammen mit der sehr bequemen Benutzung von Remote-Maschinen per VNC und RDP (vom Notebook aus auf eine Maschine, die um die Ecke, oder auch ganz woanders in Deutschland steht) hatten mich dazu gebracht, einen speziellen Rechner zur Virtualisierung der benötigten Umgebungen aufzusetzen. Nunmehr muß ich jedoch beim Kunden vor Ort virtualisieren, und das war dann für mich der Grund, das lange vor mir hin geschobene Update meines Notebooks nunmehr durchzuführen. Die gefallenen Speicher- sowie SSD-Preise haben mir die Entscheidung darüberhinaus erleichtert.

Vor dem Umbau

Gucken wir uns einmal die Ausgangslage an, zunächst im BIOS.

So sah es vor dem Umbau aus mit 8GB Speicher und 32GB SSD aus:
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Und so unter Windows 8.1, wo verschiedene Programme die SSD bereits zur Beschleunigung des Systems benutzen, namentlich Intel Rapid Start und Intel Rapid Storage. Beide definieren Volumen, die dem System anschließend nicht mehr zur Verfügung stehen, bei Intel Rapid Start sieht man das Volumen noch, bei Intel Rapid Storage sieht man das Volumen nur noch im zugehörigen Intel-Verwaltungsprogramm, Windows erkennt diesen Bereich (z. B. in der Datenträgerverwaltung) überhaupt nicht mehr.

Rapid Start ist den schwammigen Formulierungen von Intel gemäß wohl eine Art Beschleunigung für Suspend to Disk bzw. Hibernate.

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2015-08-08 08_35_24-Intel® Rapid Storage-Technologie

2015-08-08 08_35_45-Intel® Rapid Storage-Technologie

2015-08-08 08_36_01-Intel® Rapid Storage-Technologie

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2015-08-08 10_18_33-C__WINDOWS_system32_diskpart.exe

Vor dem Umbau habe ich nicht viel geändert, man kann beide Intel Dienste deaktivieren, das sollte aber keinen großen Unterschied machen: wenn ihre Bereiche auf der SSD „plötzlich” fehlen laufen sie eben ohne Funktion nebenher und müssen von Hand reaktiviert werden.

Umbauen und Aufrüsten

Bei fast allen Notebooks kann man einige Komponenten sehr leicht wechseln. Der Akku z. B. ist fast immer zum leichten Austausch vorgesehen, auch ohne Schraubenzieher oder Öffnen vom Gehäuse. An die primäre Festplatte und den Speicher (RAM) kommt man meistens mit wenigen, leicht zu lösenden Schrauben. Anders sieht es (zumindest beim Dell) mit der mSata Erweiterung aus. Diese ist grundsätzlich auch nicht immer bestückt – hat man jedoch schon eine 32GB SSD kann man davon ausgehen, daß dieser Anschluß intern bestückt ist (auf der Platine) und man somit beliebige andere MSATA SSD Laufwerke anschließen können sollte.

Siehe auch Bilder vom offenen Notebook weiter unten.

Eine gute Übersicht, was wo aufgeschraubt werden muß, gibt folgendes Video über das Öffnen des 7520 Gehäuses, das auch im Dell Inspiron 15R SE verbaut ist:

Ich verweise auch einmal komplett an das Video, an das ich mich auch gehalten hatte, weil doch sehr viele Schritte notwendig sind. Passt auf, welche Schraube wo war!

Man sollte den Aufwand auf keinen Fall unterschätzen, und sich im Klaren sein, daß hier auch einiges schief gehen kann. Im Zweifelsfall sollte man einen feinmechanisch begabten Freund zur Hilfe ziehen.

Der ganze mechanische Umbau hat bei mir etwas über 2 Stunden gedauert, Software Konfiguration u. ä. hat dann noch einmal ca. 2 Stunden gedauert, bis wieder alles lief, darüber hinaus bin ich immer noch dabei, seltsamen Verhalten (Lags) auf den Grund zu gehen, die evtl. mit dem Umbau zu tun haben.

Besonders wichtig ist es auch, beim Abnehmen der oberen Abeckung (was unter der/um die Tastatur herum ist) sehr vorsichtig mit dem sehr dünnen Stück Kunststoff über dem DVD-Laufwerk zu sein. Insgesamt sind das Entfernen der Tastatur sowie der oberen Abdeckung (ohne größere Schäden anzurichten) recht aufwendig, hier sollte man mit viel Gefühl vorgehen.

Hier ein Bild von der Unterseite, dort kommt man direkt an die primäre Festplatte (die wir nicht tauschen wollen aber trotzdem ausbauen müssen) sowie den Speicher dran, der ebenfalls sehr leicht zu tauschen ist. Von dort arbeiten wir uns dann weiter vor.

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Gut eine Stunde später..

Die Platine, auf der der mSata Stecker ist, sitzt unter der Tastatur und oberen Abdeckung oben rechts. Nach all der Arbeit macht es dann auch kaum noch einen Unterschied, daß sie auf der Unterseite der Platine sitzt, die man also auch noch abschrauben muß (und dann vorsichtig rausziehen muß, denn sie klemmt oben noch ein wenig (auf dem Bild ist das an der Platine unten rechts, diese ist bereits rausgezogen).

So sieht die kleine SSD auf der Platine aus:

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Und so sieht die große SSD auf der Platine aus, die Verheißung eines unglaublich schnellen Erlebnisses in der Zukunft:

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Alte und neue noch einmal aus etwas Entfernung und leider etwas unscharf:

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Nach dem Umbau

Das Ergebnis der Mühen sieht dann im BIOS schon einmal sehr gut aus:

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Startprobleme nach dem Umbau

Nach dem Umbau wird der Rechner vermutlich nicht direkt starten, mit der Meldung „Checking Media [Fail]”:

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Hier müssen wir einmal in den Legacy Bootmodus gehen, und explizit wieder von der ersten Platte booten, ferner hat auch das Toggeln auf AHCI bei mir geholfen (später habe ich alles wieder zurückgestellt).

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Sobald der Rechner wieder bootet unter Windows

Erst einmal in der Systemübersicht:

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Die 512GB Platte zeigt leer normal nur 477GB an.

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Anschließend habe ich Intel Smart Response (also das SSD Caching) wieder aktiviert, diesmal mit der maximalen Größe, 64GB:

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2015-08-08 15_47_39-Intel® Rapid Storage-Technologie

2015-08-08 15_48_15-Intel® Rapid Storage-Technologie

2015-08-08 15_48_32-Intel® Rapid Storage-Technologie

Die 64GB verschwinden dann auch aus der Datenträgerverwaltung.

Anschließend sollte man eine 16GB Partition für Intel Rapid Start einrichten, und zwar in der Datenträgerverwaltung.

2015-08-08 15_57_22-Computerverwaltung

Diese sollte man als MBR Partition erstellen, denn mit GPT hat das diskpart Tool bzw. Intel Rapid Start seine Probleme. Denn im diskpart folgt der nächste Schritt.

2015-08-08 16_19_38-C__WINDOWS_system32_diskpart.exe

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Jetzt sollte alles funktionieren wie vorher, angepasst auf die neue RAM-Größe und mit größerem SSD-Cache. Diesen sollte man dann auch beim 2. Booten von Windows sehr deutlich merken.

Auf der SSD ist natürlich noch massiv Platz, um eine D: Datenpartition zu erzeugen.

Ich würde nach all dem Aufwand klar zu einer großen SSD, wie ich sie mit 512GB verbaut hatte, raten, der Aufwand ist so groß, daß es sich nicht lohnt, eine SSD zu verbauen, die sich evtl. später als zu klein herausstellt.

Abschließende Schritte

Bei Crucial im SSD Support kann man ein Firmware Upgrade SSD M550 auf M02 runterladen und neue Intel Rapid Storage Updates werden leider nicht vom Intel Driver Update Utility gefunden, hier sollte man regelmäßig manuell nach Updates suchen, jetzt ist z. B. ein guter Zeitpunkt. 🙂

Abschließende Probleme

Bei mir reagiert das System nun sehr fix – meistens.

Der Hauptaufrüstgrund, die Benutzung von VMs in VirtualBox zu beschleunigen, ist leider nicht befriedigend gelöst. Die VMs bzw. die Software, die darin läuft, sind an sich langsam. Nur die (seltenen) kompletten Systemaussetzer, wenn der Speicher komplett verbraucht ist und das System praktisch gar nicht mehr reagiert, bin ich losgeworden.

Dafür reagieren einzelne Programme wie Notepad++ nunmehr sporadisch sehr langsam, so schlimm, daß ich das Fenster nicht einmal bewegen kann (für einige Sekunden). Dem werde ich auf der Spur bleiben, wenn jemand einen Tip hat, bin ich natürlich sehr dankbar, was sich hier machen läßt.

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