Rechnung Freiberufler für Hotelkosten und Reisekosten bei „Weiterbelastung” von Kosten an Auftraggeber und steuerliche Handhabung

Rechnung Freiberufler für Hotelkosten und Reisekosten bei „Weiterbelastung” von Kosten an Auftraggeber und steuerliche Handhabung

Wenn man als Freiberufler Hotelkosten nicht selber trägt sondern dem Auftraggeber in Rechnung stellt, ändert sich nicht wirklich viel gegenüber dem Fall, daß man alles selbst trägt – man stellt es eben zusätzlich in Rechnung.

Seltsamerweise konnte ich dazu online kaum Informationen finden.. letzten Endes ist der Umgang hiermit jedoch relativ einfach.

Disclaimer

Ich bin kein Steuerberater. Wie viel Ahnung ich von dem Thema habe, werde ich zumindest zum Teil bei der nächsten Steuerprüfung herausfinden.
Wer einen Steuerberater hat/einer ist kann das hier gerne kommentieren.
Die Informationen hier enthalten keinerlei Garantie auf Richtigkeit, Benutzung in der Verantwortung des Lesers/Umsetzenden!!

Wer geschäftliche Hotelkosten nicht weiterreichen kann, setzt diese normalerweise komplett in der Steuererklärung ab, den Umsatzsteuerteil in der Umsatzsteuervoranmeldung (bekommt man komplett erstattet), den Rest als Betriebsausgaben (geht von den Einnahmen ab).

Wenn man Hotel- und Reisekosten dem Auftraggeber in Rechnung stellen kann (typischerweise wenn man das vereinbart hat), ändert sich daran nichts: man rechnet die eigenen Ausgaben wie gehabt mit dem Finanzamt ab. Alles, was man dem Auftraggeber in Rechnung stellt ist dann bis zu dem Punkt, den man selber (netto) bezahlt hat kostendeckend, alles darüber Gewinn. Wenn man die Kosten also 1:1 weiterreichen möchte, stellt man den Nettobetrag in Rechnung, es ist dann für den Freiberufler ein Nullsummenspiel.

Durch diese Handhabung wird es auch einfach, wenn man dem Auftraggeber mehr in Rechnung stellen wollen sollte: das Mehr ist dann automatisch Gewinn und wird auch so behandelt.

Die Umsatzsteuer, die man als Freiberufler in der Rechnung draufschlägt, hat den normalen Satz, den man auf all seine Leistungen aufschlägt, normalerweise 19% (sofern man nicht befreit ist oder z. B. unter bestimmten Voraussetzungen den Auftraggeber im Ausland sitzen hat).

Weiterbelastung

Übrigens ist das hier keine Weiterbelastung.. diese beschreibt einen anderen Vorgang.
Siehe auch hier oder auch hier und hier.

4 thoughts on “Rechnung Freiberufler für Hotelkosten und Reisekosten bei „Weiterbelastung” von Kosten an Auftraggeber und steuerliche Handhabung

  1. Hallo,

    vielen Dank für die Information d.h. bei einer Hotelrechnung kann ich ganz normal die Vorsteuer geltend machen. Die gleiche Rechnung leite ich dann in meiner Rechnung an den Kunde weiter und notiere in meiner Rechnung den Nettobetrag + die 19% Mehrwertsteuer? Im Prinzip wird dann für die eine Hotelrechnung zweimal Vorsteuer im System erhoben. Das hat mich etwas verwirrt.

    Grüße

    1. Hallo Tom!

      Genau so ist es.

      Wichtig noch: das gilt nur bei deutschen Rechnungen auf deutsche Hotels. Ausländische MWst bekommt man wohl nicht zurück, hier kann man dann den gesamten Betrag absetzen, was natürlich schlechter ist als die Erstattung der Mwst.

      Daß die Mwst dann erneut in Rechnung gestellt wird ist auch korrekt, das ist ja im Endeffekt wieder nur ein durchlaufender Posten, den niemand wirklich bezahlt (der wird von allen Beteiligten mit dem Finanzamt verrechnet).

      Soweit meine Meinung, bin ja auch kein Steuerberater.

      VG

  2. Hallo,
    merci für die Erläuterung. Ich bin Freiberuflerin und erhebe immer nur 19% MwSt auf meine Leistungen.
    Auf einer Hotelrechnung sind ja 19 % Mwst und 7% Mwst (für Übernachtung) enthalten.
    Ist es nun korrekt, dass ich selbst bei meiner Umsatzsteuervoranmeldung den die Steuerbeträge aus den 19 und 7% zusammenrechne,

    bei meiner Inrechnungstellung an meinen Kunden aber auf den Nettobetrag der Hotelrechnung pauschal 19% schlage?
    Vielen Dank für eine Klärung,
    Stefanie

    1. Hallo Stefanie!

      Normalerweise benutzt man ein Programm oder eine andere Hilfe, um die Steuerbeträge direkt rauszurechnen und eine Rechnung aufzuteilen in 2 Beträge mit unterschiedlichem Steuersatz (sowohl für EüR wie auch für die Umsatzsteuervoranmeldung). Daraus ergibt sich der Nettobetrag.

      Der Rest gemäß meiner letzten Antwort, also kann man da wieder 19% draufschlagen, dann erstattet der Auftraggeber genau die entstandenen Kosten.

      Aber wie gesagt, ich habe diesbezüglich bislang mit keinem Steuerberater gesprochen, also alles unter Vorbehalt.

      Beste Grüße
      Andreas

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