Webseite umgezogen

Webseite umgezogen

Eine WordPress-Seite wie diese mal so eben von einem Server auf den nächste umzuziehen klingt zunächst evtl. nicht gar so aufwendig. Ich habe jetzt jedoch mehrere Stunden daran gesessen – zusätzlich zu so mancher Stunde der Vorbereitung in den vergangenen Wochen und Monaten.

Selber einen ungemanagten Server zu betreiben hat sich auch als unerwartet viel Arbeit benötigend herausgestellt.

Das liegt u. a. auch daran, daß meine Linux-Kenntnisse doch schon deutlich eingerostet gewesen sind. Oder immer noch sind. Oder nie besser waren. Wobei ich mich parallel gerade damit rumärgere, einen Windows Server 2008 R2 in einer Virtuellen Maschine ans Laufen zu bringen (ich wollte mal schnell etwas mit TFS testen..) und daran sitze ich auch bereits deutlich mehr Stunden als geplant. Vermutlich sind alle Server-Betriebssysteme so ausgelegt, daß man sie ohne größeren Zeitaufwand nicht bedienen kann – und das auch nicht soll.

Hosts

Schnelle und auch recht günstige (allerdings im Traffic eingeschränkte) vServer gibt es bei TecServer. Da habe ich mir bereits vor geraumer Zeit einen geholt – um mal damit rumzuspielen – und bin dann dabei hängengeblieben. Allein – bis man auf einem eigenen Server auch nur eine Webseite sieht.. vergehen dann aber schon einmal ein paar Stunden (zumal die Installation bei mir auch anders als angekündigt ohne Management Console und auch ohne Webserver (die ich gefunden hätte) daherkam). Dafür kann man schnell einen Mercurial nachinstallieren, oder sonst tun, wozu man gerade lustig ist.

Etwas später schließlich habe ich angefangen, auch mit dem lange parallel gelaufenen Server (parallel zur alten Webseite, die auf einem Server von einem alten Freund gelaufen ist, der bei Hetzner steht (die sind wohl qualitativ recht gut) in die Welt hinaus zu gehen und bei Domain Offensive Domainnamen zu registrieren. Das ganze kumulierte dann im Domain-Umzug heute.

Domain-Umzug mit und ohne AuthCode

Lange dachte ich, daß ich die Domain (auf meinen Namen eingetragen, aber fremd verwaltet) gar nicht ohne Probleme mitnehmen könnte. Der Admin war eine Zeit lang sehr schlecht zu erreichen. Jedoch.. läßt sich der AuthCode auch anfordern, wie z. B. direkt bei der Denic beschrieben. Das ist natürlich deutlich umständlicher (der AuthCode wird an die hinterlegte Postadresse des Besitzers verschickt) und kostet dann auch 15€. Letzten Endes hat jedoch mit dem Admin und auch mit dem AuthCode alles geklappt. Besten Dank!! 😀

Vorbereiten des Servers

Da weiß ich schon gar nicht mehr, was ich alles gemacht habe.. apache2 konfiguriert, php installiert und konfiguriert, insbesondere auch das Dateilimit für den Upload auf 8MB erhöht (von 2MB, was für das spätere Importieren einer alten Seite viel zu wenig ist), mysql und phpmyadmin.. die Liste ist recht lang. WordPress selber zu installieren geht dann erstaunlich schnell.

Zuletzt war ich noch einmal über Rechte-Probleme gestoßen.. so hatte mein sftp-Benutzer keine Schreibrechte im www-Verzeichnis, und auch der www-data hatte keine Rechte, wie ich dann beim misglückten Upload innerhalb WordPress herausgefunden habe. Dazu gibt es jedoch (naja, für Leute wie mich, die Kommandos gerne direkt abtippen) die Version direkt zum Abtippen, alternativ auch mit ein wenig Hintergrundwissen über Zugriffsrechte.

Das Hauptproblem war jedoch gewesen, apache2 mit mehreren Domains zur Zusammenarbeit zu bewegen. Naja, für die Zukunft eben..

apache2 und multiple Domänen

Daran habe ich mir lange die Zähne ausgebissen. Trotz verschiedener Anleitungen 1, 2 oder auch 3 habe ich eine Weile knobeln müssen, wo genau meine Probleme lagen. Im Endeffekt mußte ich die Default-Seite entfernen, jeden Domainnamen in die Linux-hosts Datei eintragen (verweisend auf 127.0.0.1) und.. nach 1 oder 2 Serverneustarts (nicht nur Apache) ging es dann auch. Neben allen anderen beschriebenen Schritten.

Übergangszeit

Apropos hosts.. relativ clever (naja, denke ich) war es, im Windows hier lokal bei mir, während die Domain-Umstellung läuft (das dauert ja relativ lange – gestern habe ich testweise eine Domain neu registriert, es dauerte 12-18h, bis ich per Domain auf meine Webseite zugreifen konnte) die hosts-Datei so zu verändern, daß andreas-reiff.de bereits auf die neue IP verweist. Damit kann ich dann auf Rechner 1 die neue Webseite anpassen, während auf Rechner 2 noch die alte läuft, beide jeweils unter www.andreas-reiff.de erreichbar, was aufgrund der vielen Verlinkungen auf www.andreas-reiff.de auch recht wichtig ist. Sobald sich die Änderungen bei den DNS Servern rumgesprochen haben, sollten dann beide Rechner das gleiche – also die neue Version – anzeigen.

Mit den vielen Domains, die ich in letzter Zeit registriert habe, trage ich dann auch dazu bei, daß weltweit – neben .com – .de die am meisten verbreitete Endung ist. Und – wenn man mal nach einer passenden Domain sucht und schaut, wer die denn besitzt – die meisten an Domainverkäufer vergeben zu sein scheinen, die teilweise doch recht phantasievolle Vorstellungen, gerne im 4-stelligen Euro-Bereich, haben.

Umgestellt

Ich dachte, wenn ich alles über das WordPress-eigene Werkzeug exportiere, und anschließend wieder importiere, ist auch der gesamte Inhalt wieder da. Aber Pustekuchen..

Erst einmal hatte ich die neue WordPress-Installation eingerichtet (sonst komme ich auch nicht an das Import-Plugin dran) sowie sauber gemacht (Beispielseite und -artikel gelöscht). Doch.. nach dem Import (siehe auch 2MB Problematik oben – hier muß man an die php-Dateien gehen) fehlten fast alles Einstellungen. Hier war es gut, daß ich parallel beide Versionen offen haben kann. Beide unter der gleichen URL. 🙂 So konnte ich WordPress-Einstellungen, Plugin-Einstellungen, Menü-Konfiguration, sowie die speziellen Eigenschaften des Themes übertragen. Alles andere (dateibasiert) hatte ich bereits vorher per FTP übertragen. Dadurch waren u. a. Themes, Plugins und Artikelbilder vorhanden. Auch die Modifikationen an einigen .css- sowie .php-Dateien sind so mitgewandert.

Dann fiel mir noch auf, daß die Benutzer-Accounts verschwunden sind. Nun, neben mir gibt es aktuell nicht all zu viele andere Leute, die hier schreiben, aber.. ich habe mich immer mal wieder gefreut, wenn die Meldung von WordPress reinkam, daß sich ein neuer Benutzer registriert hat. Warum auch immer er das getan hat.

(Besonders, wenn ein netter Kommentar eingegangen ist, entschädigt das doch für die teilweise mehreren Stunden, die ein Artikel in der Erstellung benötigt, sowie die zahlreichen Stunden der Administration zwischendurch.)

Ausgesperrt

Es gibt also einen gewissen Cimy User Manager, mit dem man Userdaten ex- sowie importieren kann. Das Passwort geht hierbei leider verloren. Nicht nur das.. hatte ich die beiden bereits manuell angelegten Benutzer aus der exportierten Datei gelöscht (beide Admins), war ich nach dem Export nicht schlecht überrascht, eine Nachricht in der Art von „nice try!” auf dem Bildschirm zu sehen. Mir wurde schummrig.. ahnte ich doch, daß ich mir gerade ein Rechteproblem importiert hatte. Und richtig.. die beiden Admin-Benutzer waren plötzlich nur noch Subscriber. Einen Admin-Account gab es nicht mehr. Somit gab es also auch keine Möglichkeit mehr, irgendetwas zu ändern.. keine neuen Artikel, aber auch keine Administration!

Wenn also – ganz klassich, wie überall im Leben 🙂 – auf einer bestimmten Ebene eine Lösung nicht (mehr) erreichbar ist, muß man die nächst höhere Ebene bemühen. Oder die nächst tiefere. Je nach Standpunkt. Also habe ich das Login für mysql und phpmyadmin ausgekramt. Und nach einigem Suchen.. fand ich dann heraus, daß in den Metadaten der Benutzer die User-Level versteckt sind (siehe Bild).

Korrekt muß man hier in der usermetadata-Datenbank den Wert wp_capabilities auf „a:1:{s:13:“administrator“;s:1:“1″;}” (oder ähnlich) setzen.

Gerade bin ich noch einmal darüber gestolpert, daß das Modul rewrite im Apache nicht aktiviert war, und damit die „schönen” URLs, wie man sie oben sehen kann (also mit dem Titel in der URL, anstelle einer ID, wie z. B. beim ASP.NET (ohne MVC) immer noch Standard) damit ins Leere geführt haben. Mitsamt einer Fehlermeldung direkt vom Apache Server. Gott sei dank ging das – nach einiger Googelei – recht erfreulich mit dem Kommentar auf dieser Seite speziell für Debian. Debian bietet per

a2enmod rewrite
/etc/init.d/apache2 restart

recht komfortabel die Möglichkeit, das passende Modul zu aktivieren.

Wichtig: die Gravatar-Bilder wieder als Default nehmen. Die machen alles minimal bunter.

Fertig..

mit den Nerven.

Ich werde mir so eine Aktion jedenfalls demnächst 3x überlegen. Oder auch thrice, wie ich gerne sage. 🙂

Auch hoffe ich, daß ich meinen vServer nicht eines Tages verkonfiguriere.. gerade habe ich meinen Windows Server 2008 so verkonfiguriert/-installiert, daß ich alles neu aufgesetzt habe. Bis zur Konfiguration des TFS war ich gar nicht erst gekommen, dazwischen war ich schon über insbesondere die Konfiguration von Reporting Services und dem Sharepoint gestolpert.

Nun ja.

Bei Servern scheint mir Linux mittlerweile fast schon die bessere Wahl zu sein als Windows. (Zumal der TFS (bzgl. der Versionsverwaltung) jetzt erst langsam so gut wird wie z. B. GIT. Und er schafft es.. durch eine GIT-Anbindung. Daneben gibt es noch zumindest bis 2010 unsägliche Projektverwaltungen und -planungen gepaart mit einer Geschwindigkeit, die jeden Elan ausbremst.) Wobei einige Programme nach wie vor ausschließlich unter Windows laufen.

Für heute jedenfalls: Ende gut, alles gut.

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