Gesammelte WLAN-Tips

Gesammelte WLAN-Tips

Ein paar einfache Tips zur Optimierung der WLAN-Verbindung.

Vergleich der empfangenen Stationen (Nachbarn, …)

Oft ist ein erster Ansatz, z. B. wenn man sich überlegt, auf welchem Kanal man senden möchte (wenn man Zugang zur Basisstation hat), zu schaun, wer in der Umgebung bereits sendet. Auch, wenn der eigene Empfang schlecht ist, kann der Blick in die Umgebung lohnen, eventuell sendet der Nachbar mit stärkerem Signal auf dem gleichen Kanal.

Das geht besonders leicht unter Windows 7. Hier macht man eine Command-Shell auf (Windows-Taste + R oder im Suchfeld des Startmenüs cmd eingeben) und gibt dort

netsh wlan show networks mode=bssid

ein.
Dann erhalten wir nach kurzer Zeit eine Anzeige ähnlich

SSID 1 : Peter
Netzwerktyp : Infrastruktur
Authentifizierung : WPA2-Personal
Verschlüsselung : CCMP
BSSIDD 1 : xx:xx:xx:xx:59:fe
Signal : 50%
Funktyp : 802.11g
Kanal : 1
Basisraten (MBit/s) : 1 2 5.5 11
Andere Raten (MBit/s) : 6 9 12 18 24 36 48 54

SSID 2 : Paul
Netzwerktyp : Infrastruktur
Authentifizierung : WPA2-Personal
Verschlüsselung : CCMP
BSSIDD 1 : xx:xx:xx:xx:9e:78
Signal : 18%
Funktyp : 802.11n
Kanal : 1
Basisraten (MBit/s) : 1 2
Andere Raten (MBit/s) : 5.5 6 9 11 12 18 24 36 48 54
(siehe auch Toptip).

Je nachdem, wo man wohnt, sieht man hier noch deutlich mehr Stationen, bei mir sind es aktuell z. B. 8.

Besonders interessant sind hier die Signalstärke sowie der Sendekanal. Auf dem Kanal, auf dem wir senden bzw. senden wollen sollten möglichst wenige andere Basisstationen senden. Ferner sollte auch in benachbarten Kanälen möglichst wenig gesendet werden, weil es hier zu Überlappungen und damit verbundenen Qualitätsverlusten kommt. Aus diesem Grund sollte man sich auch auf einen der 3 Kanäle 1, 6 oder 11 beschränken und keine Zwischenkanäle verwenden. Das bringt wenig/nichts und stört eher.

Wer eine Fritzbox sein eigen nennt (gebrauchte gibt es bereits sehr günstig bei Ebay – für ~20€ finden sich bereits Anlagen mit analogem Telefonanschluß) kann auch die Stationen auf Seite der Basisstation überprüfen. Dazu öffnet man über Fritz.Box die Konfigurationsseite seiner Basisstation (sofern bereits eingerichtet), wählt dort WLAN aus und sieht dort zunächst einmal alle derzeit aktiven WLAN-Clients der eigenen Basisstation, inklusive Verbindungsgeschwindigkeit sowie aktueller Signalstärke (nur in Balken).

Weiter unten findet sich die WLAN-Umgebung mit einer grafischen Anzeige, welche Kanäle bereits verwendet werden, hier kann man auch noch eine Auflistung der gefundenen Netze inkl. Kanal anwählen.

Übersicht der Fritz.Box über die WLAN-Umgebung

In meinem Fall sollte ich also überlegen, evtl. auf Kanal 11 auszuweichen. An meinem Laptop (anderes Zimmer) jedoch habe ich mehrere Stationen gefunden, die stark auf Kanal 11 senden, daher lasse ich die Einstellung erst einmal auf Kanal 6.

Etwas gewundert haben mich übrigens teilweise widersprüchliche Aussagen, welche Kanäle verwendet werden können. Laut einem Artikel bei Wikipedia über 802.11g können die Kanäle 1, 5, 9 sowie 13 verwendet werden (für 54MBit/s). 802.11n hat nur noch 2 Kanäle: 3 und 11.
Laut einem anderen Artikel bei Wikipedia sind die verfügbaren Kanäle 1, 7 sowie 13.

Störquellen umgehen

Eine beliebte Störquelle ist die Mikrowelle. Je nach Abstand der Mikrowelle kann sie den gesamten WLAN-Verkehr nahezu im gesamten Haus lahmlegen. Dies zeigt sich durch einen deutlichen Einbruch in den Übertragungsgeschwindigkeiten, bis hin zu einem komplette Abbruch.

Die einzige Möglichkeit hier ist wohl, die Mikrowelle möglichst auszulassen, bzw. sie nicht während der wichtigen Internet-Telefonkonferenz anzumachen. Alternativ kann man hier kurzzeitig auch mit einem Kabel überbrücken, was für Geräte in der Nähe der Basisstation wohl auch eine sehr gute Möglichkeit ist.

Kabel, Ping und Strahlung

Kabelgebunden (Lan-Kabel) zu arbeiten ist normalerweise etwas schneller, man hat einen besseren Ping (wichtig für Online-Spiele), und es wird nicht gestrahlt – immerhin geht von WLAN-Quellen auch eine gewisse Strahlenbelastung aus. Wer also hier ein wenig auf sich achten möchte, sollte die Basisstation nicht direkt am Küchentisch stehen haben, sondern eher etwas abgeschieden, das gleiche gilt für PC/Laptop. Beim PC kann man die Antenne an den Rand des Zimmers stellen, bei einem Notebook sollte man, während er auf dem Schoß sitzt, nicht unbedingt gleichzeitig größere Übertragungen starten. Wenn man vorsichtig sein möchte.

Strahlung

Immer wieder werden Studien veröffentlicht, die die Gesundheitsverträglichkeit von Hochspannungsleitungen, Kraftwerken, Mobiltelefonen sowie dem WLAN bescheinigen. Es gibt jedoch auch immer wieder Studien, die das Gegenteil beweisen (wollen).
Welche glaubwürdiger ist kann ich nicht beurteilen. Da, wo es jedoch wenig/keinen Aufwand macht, vorsichtig zu sein, irre ich mich lieber auf der sicheren Seite.
Artikel zur Unbedenklichkeit von WLAN-Strahlung bei Wikipedia
Linksammlung zu Studien/Seiten zur Gefährdung durch WLAN-Starhlung (verlinkt z. B. auf hese-project)

Signal immer noch zu schwach

Ist das Signal immer noch zu schwach, kann man sowohl auf der Seite der Basisstation sowie auf der Seite der Empfänger noch etwas verbessern. Bei der Basisstation z. B. bietet sich direkt ein kompletter Austausch an, hier empfiehlt es sich auch, vorher in einschlägigen Foren, Zeitschriften etc. zu recherchieren, mit welchen Stationen gute Erfahrungen gemacht wurden.
Das Gleiche gilt für Karten/Sticks in PCs und Laptops. Diese sind durchaus sehr unterschiedlich bezüglich Qualität und Geschwindigkeit.
Andererseits kann man auch noch an den verwendeten Antennen drehen, solche gibt es ebenfalls zahlreich im Internet. Besonders gute Resultat gibt es mit Richtantennen, die jedoch auch deutlich aufwendiger in der Installation sind und stets in Richtung des Kommunikationspartners zeigen sollte.

Übertragungsgeschwindigkeit

Heutige Anlagen werben mit mindestens 54MBit/s, oft sind es 108 oder gar 300MBit/s. Das sind natürlich theoretische Maximalwerte. Eine der größten Einschränkungen hier jedoch ist folgende: wohin hat man diese Geschwindigkeit? Diese gilt typischerweise nur bei direkter Kommunikation mit der Basisstation, somit also auch mit an die Basisstation angeschlossenen Geräten (Festplatte/Medienserver, …). Die Verbindung zwischen 2 im gleichen WLAN-Netz angebundenen Rechnern ist jedoch deutlich langsamer. Diese senden nun beide auf dem gleichen Kanal und scheinen sich mehr zu stören als aufeinander Acht zu geben. Hier hatte ich oft nur Übertragungsgeschwindigkeiten von 1-2MByte/s, also ca. 10MBit/s.
Meistens jedoch sind wir im Internet unterwegs, und hier gilt die Geschwindigkeit des Kabel-/DSL-Anschlusses als begrenzender Faktor. Haben wir eine Leitung mit 16MBit/s, so werden wir nicht mit 54MBit/s im Internet surfen können.
Wirklich Sinn macht ein besonders schnelles WLAN-Netz also nur für Datei-/Medienserver oder ähnlich gelagerter Anwendung, wo ein an die Basistation angeschlossenes Gerät Dienste anbietet, bei denen die Übertragungsgeschwindigkeit wichtig ist.

WLAN-Passwort vergessen

Sollte man sein WLAN-Passwort vergessen haben, jedoch bereits einen Rechner für WLAN eingerichtet haben, so läßt sich dieser Schlüssel wieder auslesen. Gut funktioniert hier WirelessKeyView, das alle in Windows hinterlegten WLAN-Keys anzeigen kann.
Sollte man den Schlüssel des Netzes eines Nachbarn „vergessen” haben und jetzt suchen, so sieht die Sache deutlich anders aus. WEP-Verschlüsselungen ließen sich noch leicht knacken (deshalb sollte man diese Verschlüsselungsart auch für sich selber nicht wählen), mit WPA2 sieht das Knacken schon viel schwieriger aus. Damit ist WPA2 auch eine gute Verschlüsselung für das eigene WLAN-Netz, und den Nachbarn sollte man besser in Ruhe lassen, da hat man schneller ein eigenes Netz hochgezogen und günstiger ist es auch noch – wenn man die Arbeitszeit mit einrechnet.

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