Mal schnell eine Android-App erstellen: die Installationsodyssee

Mal schnell eine Android-App erstellen: die Installationsodyssee

Ich habe mich über den Wecker meines Motorola-Handies, das (obwohl es nur ein Jahr alt ist) keine Updates mehr erhält (danke Motorola!), geärgert. Dieser weckt mich jeden Morgen nämlich mit einem lauten Kiekeri-ki. Das ist sehr unsanft.

Jetzt bin ich der fatalen Annahme erlegen, ein Wecker, der auch .mp3 Dateien abspielen kann (wie fortschrittlich!) läßt sich auch schnell programmieren.

Nun ja.. schnell.. ich bin mal gespannt. die letzten zwei Tage habe ich an der Installation der Umgebung gesessen. Und festgestellt, daß Android Java-basiert ist. Nun ja, ich lebe hinter dem Mond.. hatte irgendetwas von C gehört.. aber das war wohl das IPhone.

Die Installation geht mit großen Downloads einher, die teilweise von schleppend langsamen Servern erfolgen. War Google nicht ein Internetgigant? Geht deren gesamt Bandbreite für die Suchanfragen drauf? Hat Facebook schon gesiegt?

Eine sehr gute Anleitung für Eclipse und Android SDK (zur Installation) findet sich im Netz. Weniger umfangreiche aber andere Beschreibungen (manchmal passen einem ja Aspekte einer Anleitung nicht) finden sich auf der offiziellen Seite sowie bei der Android Hilfe.

JDK

Zunächst benötigt man ein JDK, wie es sich z. B. auf der Oracle-Seite (Oracle? Oh, da war ja was..) findet. Dort nimmt man dann ein SE JDK, evtl. reicht sogar die JRE.

Eclipse

Immer schon wollte ich Eclipse (produktiv) einsetzen, doch irgendwie hatte ich immer eine gerade besser passende IDE zur Hand. Jetzt ist es anders.. Eclipse kann kommen, und es kommt von hier. Wir können uns entweder die kleinere Eclipse IDE for Java Developers oder die größere Eclipse Classic 3.7 auswählen. (Runterladen und installieren.)

Eclipse: ADT Plugin

Nun starten wir Eclipse, um das ADT Plugin zu installieren. Zunächst noch ein Workbench-Verzeichnis angelegt, und weiter gehts. In der Hilfe (Help->Install New Software->Add) stellen wir eine Verbindung zu http://dl-ssl.google.com/android/Eclipse/ her und geben der Verbindung einen beliebigen Namen, wie z. B. „Android ADT”. Jetzt heißt es geduldig sein. Der Verbindungsaufbau kann bis zu 5 Minuten dauern, danach geht es vergleichsweise (ein wenig) schneller voran.

Sollte sich irgendwann im unteren Bereich eine gewisse Auswahlmöglichkeit ergeben (nachdem die benötigten Daten geladen sind), machen wir den Haken links neben den „Develop Tools”. Damit werden auch alle Unterpunkte selektiert.

Sollte das alles nicht funktionieren, finden wir hier relativ weit unten eine ausführliche Alternativbeschreibung, wie das Plugin direkt als .zip Datei runtergeladen und integriert werden kann.

Dieser Vorgang dauert wieder die eine oder andere Minute.

Android SDK

Anschließend installieren wir das Android SDK und merken uns den Pfad. Standardmäßig sollte das C:Program FilesAndroidandroid-sdk sein. Man findet das SDK hier.

Android-SDK Installation: JDK not found

Die extrem gut bezahlten Programmierer von Google haben ihren Kurs in Kundenfreundlichkeit (oder bugfreier Software) wohl noch nicht bekommen. Oft findet das SDK das JDK nicht, auch, wenn wir alles korrekt installiert haben. Eine Abhilfe wird hier beschrieben: Sobald der Installer meckert, benutzen wir den previous Knopf, um anschließend wieder mit next auf eine plötzlich funktionierende Seite zu gelangen.

Android SDK konfigurieren

Die Installation bzw. anschließende Konfiguration zieht einen größeren Rattenschwanz von Downloads nach sich und dauert somit wieder länger.

Etwas abkürzen können wir den Download, indem wir nur die Versionen für unsere gewünschte Zielplattform installieren, also z. B. nur für 2.1 in meinem Fall, oder 3.0 für aktuellere Entwickler, die nur neuere Geräte unterstützten wollen.

Android in Eclipse konfigurieren

Nach dem Start von Eclipse gehen wir in die Eigenschaften (Window->Preferences). Dort wählen wir „Android” aus. Wer möchte kann jetzt Google noch mehr Daten sammeln lassen. Naja, dafür erhalten wir ja die gesamte Software kostenlos. Jetzt müssen wir noch den Ort der Android SDK Installation (s. o.) auswählen (per Browse). Das war es.

Fertig

Jetzt bleibt einem nur noch, ein einfaches Beispiel laufen zu lassen. Nachdem die Installation (Download) gestern bereits 2h gedauert hat, und der heutige Teil 2 (Installation) noch einmal 2h gedauert hat, verschiebe ich diesen Teil (das Ziel meiner Träume) aber erst einmal auf morgen.

Emulator

Sollte der Emulator übrigens lange „A N D R O I D _” anzeigen: auch der ist langsam, na, da ist ja zumindest alles kongruent.

Mit einer schnelleren Internetverbindung sollte der ganze Prozess nicht gar so lange benötigen, wobei wohl auch die Server am Rande ihrer Möglichkeiten gelaufen zu sein schienen.

5 thoughts on “Mal schnell eine Android-App erstellen: die Installationsodyssee

  1. Vielen Dank für die Android Schnellinstallationsanleitung – diese ist wirklich sehr brauchbar! Da vergeht einem ja der Spass am programmieren wenn man ewig heruminstalliert und wieder mal was klemmt mit dem JDK und dem ADK. Seltsamerweise habe ich immer sämtliche mögliche Stolperstellen wo andere im Internet auch schon drüber gestolpert sind. Ich wollte ja nur auch „mal schnell“ eine kleine APP für’s Handy programmieren……. Grrr schon wieder Mitternacht vorbei….

    Viele Grüße RN.

    Ehh verfl.. jetzt habe ich erst das mit den 2 Stunden gelesen!

  2. thanks for instruktion!
    Habe eine 50000Kb leitung und n High End PC mit aktuell deaktivierten Vierensystem! Eshat genau so lange gedauert!

    Tja das ist echt ein krampf……………schade, aber es wohl nicht jeder appz machen 😉

    Aber wenn ich die infos komplett selber zusammen gebastelt hätte, hätte es noch länger gedauert!

    Danke und Grüße

    Flo

  3. Hallo Andreas,

    danke für die Anleitung.
    Leider habe ich auch bemerkt, dass das Installieren sowohl von Phonegap (Grundlage ist ADT + Eclipse) als auch Titanium sehr umständlich und fehleranfällig ist.
    Von dem ewigen Buildingprozess mal ganz abgesehen.

    Bin gerade dabei ADT zu installieren, bleibe aber immer an irgendwelchen Dependencies hängen :S

  4. Für Android mit C# entwickeln – das wäre ja noch was. So haben wohl die Mono Entwickler Android nach C# portiert. Aber leider nur als Machbarkeitsstudie.
    Nun ja.. C# ist ja so weit auch nicht von Java entfernt (alle guten Ideen kopiert?), da macht es kaum einen Unterschied, in welcher Sprache man entwickelt. Abgesehen davon, daß die IDE einen riesigen Unterschied in Sachen Produktivität macht.

  5. Gute Anleitung!
    Einige Statements zu den (nur einigen!) objektorientierten Programmiersprachen:
    Mal abgesehen, dass C# eine Nachahmung von Microsoft war, da diese die Möglichkeiten/Mächtigkeit von Java wahrgenommen haben. Ein C#-Programm wird erst beim Aufruf in den Maschinencode übersetzt und dieser besteht nur solange die Anwendung läuft. Wird die Anwendung beendet, so wird der Maschinencode verworfen. Dies bringt zwar den „Nachteil“, dass das Programm um Millisekunden verzögert gestartet wird, da es erst übersetzt werden muss, aber auch den riesigen Vorteil, dass die Programme plattformunabhängig laufen. Etwas das ich persönlich an C# bemängle ist das Protokoll während der Laufzeit, das alles so genau protokolliert, dass man das Programm direkt nachprogrammieren könnte. Dies stellt für mich eine sehr große Sicherheitslücke dar, die mir eine teilweise Abneigung gegenüber C# liefert.
    Bei Java ist mir eine solche Sicherheitslücke unbekannt und es gibt hier zumindest die Möglichkeit sicher zu programmieren.
    Aber auch Java hat Nachteile. Das erste ist die Geschwindigkeit einer Java-Anwendung, die auf Grund der eingeschränkten Ressourcen besteht (man kann es sich wie eine VM vorstellen, in der eine Java-Anwendung laufen würde). Für viele ist das ein Grund auf C# und .net umzusteigen. Manche Dinge lassen sich mit Java auch gar nicht lösen, trotz der guten Weiterentwicklung und der Mächtigkeit von Java. Dies liegt auch daran, dass Java ebenfalls plattformunabhängig eingesetzt werden kann und somit nicht hardwarenah läuft wie beispielsweise C++. Man schaue sich hierbei das Problem an wenn man einen Sniffer programmieren will…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.