Bilder online sichern: BoxCryptor, LiveMesh sowie DropBox für verschlüsseltes Speichern

Bilder online sichern: BoxCryptor, LiveMesh sowie DropBox für verschlüsseltes Speichern

Entweder hat man es schon einmal von jemand Bekannten gehört, oder es ist einem sogar selber schon einmal passiert: die Festplatte des Rechners gibt auf. Sicherungen gibt es natürlich nicht (wer hat auch ernsthaft so wenige andere Hobbies, daß er jede Woche 1x die Zeit investiert, um ein Backup anzuschmeißen?). Die digitalen Erinnerungen an die letzten Jahre sind weg.

Alternativ möchte man auch mal von einem anderen Rechner auf die Bilder zugreifen, doch.. die sind natürlich zu hause, unerreichbar.

All das muß nicht länger sein. Kostenloser Online-Speicher ist in großen Mengen verfügbar. Allein die Dienste, die dediziert Bilder hosten, halten sich noch vornehm zurück. Die Dienste jedoch, die Daten sichern, und sogar synchronisieren, sind mit 5GB (LiveMesh) sowie 2GB (Droppox) relativ großzügig ausgestattet. Und dank Boxcryptor lassen sich die Daten sogar vor neugierigen Anderen schützen (bis 2GB kostenlos, ebenso wie LiveMesh und Dropbox im hier genannten Umfang gratis sind).

Ich beschreibe also, wie man LiveMesh sowie Dropbox aufsetzt, und anschließend per BoxCryptor ein zusätzliches Laufwerk einbindet, das synchronisiert wird, und die Daten verschlüsselt online speichert. Damit sind diese Daten sicher vor einem Rechnerausfall sowie vor neugierigen Augen anderer.

Nicht nur das, sollte man einmal bei einem Freund sein und dringend auf die Daten zugreifen müssen (oder dies von unterwegs tun wollen) läßt sich – die passende Software (die sich natürlich überall installieren läßt) sowie die Passwörter vorausgesetzt – wieder auf die Daten zugreifen.

Gibt es zu BoxCryptor keine (mir bekannten) Alternativen, so sollte man sich zunächst zwischen Dropbox und LiveMesh entscheiden: beide benötigt man eher nicht.

LiveMesh bietet 5GB und läuft nur auf Windows-Systemen. Dropbox bietet 2GB, läuft auf fast allen Systemen sowie Handies und bietet noch ältere Versionen – wenn man also eine Datei versehentlich überschreibt ist sie noch nicht zwangsläufig weg und kann wiederhergestellt werden.

LiveMesh Installation

Dies ist die Installationsanleitung für alle, die LiveMesh verwendet wollen. Zusätzliche Informationen finden sich noch in diesem Artikel über LiveMesh.

Zunächst besorgt man sich hier den Installer und führt diesen aus. Das Setup ist relativ selbsterklärend.

Für die Installation hier benötigen wir lediglich Windows Live Mesh. Die anderen Programme sind optional – wer sich nicht ohnehin alles installiert und bereits 3 Toolbars hat, mag diesen Kelch an sich vorübergehen lassen.

Als nächstes muß man sich bei Live anmelden, um den Dienst nutzen zu können.

Oft hat man bereits eine LiveID, beispielsweise, wenn man einen Hotmail-Account hat, oder bereits andere Dienstleistungen von Microsoft benutzt hat, wie beispielsweise die MSDN Foren, den LiveMessenger, usw.

Nun hat man die Möglichkeit, ein neues Bild von sich zu erstellen (wenn man mag), sich mit seinen Lieblingsdiensten wie Facebook zu verbinden (und der Welt nicht nur zu sagen, wo man gerade ist, was man gerade macht und wie der letzte Stuhlgang war, sondern auch, daß man gerade ein neues Programm installiert hat), sowie Microsoft seine Mobilfunknummer zu geben. Das kann man alles halten, wie man will – ich habe diese Punkte jeweils übersprungen aus mangelndem Interesse.

Nun findet man LiveMesh im Startmenü.

Anschließend sollte man noch einen lokalen Ordner mit dem synchronisierten SkyDrive-Speicher verknüpfen.

Jetzt hat man LiveMesh also installiert sowie einen Ordner für die Synchronisation lokal <-> online eingerichtet. Allerdings werden diese Daten unverschlüsselt online gespeichert. Andere werden wohl nicht an die Daten drankommen, aber.. sicher ist sicher, und Microsoft z. B. kommt an die Daten dran. Also.. am besten noch BoxCryptor installieren, und den Ordner so nur für unkritische Daten nutzen, oder noch die Hinweis in diesem Artikel beachten.

Wie bei allen Synchronisationsdiensten hat man auch hier den Vorteil, daß die Daten online gespeichert werden – sollte also das Haus abbrennen, kommt man immer noch an seine Daten dran. Manchmal übrigens auch andere (das ist die Kehrseite), dazu jedoch mehr im Abschnitt über BoxCryptor.

Dropbox Installation

Einen nicht so großen Speicher wie Microsoft (2GB statt 5GB) bietet Dropbox. Dafür ist dieser Speicher leicht erweiterbar, entweder gegen Geld oder auch immer wieder durch Einladungen, Spiele, oder Werbung bei Facebook. Ein weiterer großer Vorteil bei Dropbox ist, daß man auch auf alte (bereits überschriebene) Versionen seiner Dateien zugreifen kann. Sehr nützlich, wenn man mal falsch geklickt hat.

Direkt auf der Download-Webseite erhalten wir eine kurze Erklärung zur Installation von Dropbox.

Wenn wir bereits auf der Webseite ein Dropbox-Konto angelegt haben, wählen wir hier die Option, die bereits vorhandenen Daten einzugeben. Die Anmeldung über diesen Link hat den Vorteil, daß man bereits von Anfang an zusätzliche 250 MB Speicher dauerhaft kostenlos erhält. Dann muß man im Setup die Option „Ich habe bereits ein Dropbox-Konto” wählen.

Wer das ganze kostenlos haben möchte, beschränkt sich hier auf die 2GB, die zugegebenermaßen für die meisten ausreichen sollten.

Jetzt folgt eine kurze Tour, die man sich durchaus ansehen sollte. Immerhin wird hier sehr komprimiert das Wichtigste über Dropbox auf dem eigenen PC dargestellt. Um Schritt 2 herum kann es zu einer gewissen Wartezeit kommen – hier sollte man sich einfach geduldig zeigen.

Anschließend ist Dropbox auch bereits installiert, ein entsprechender Ordner zur Synchronisation wurde automatisch im Benutzerverzeichnis angelegt (mit dem Namen Dropbox).

Voila.

BoxCryptor

Das kleine Problem, das mit oben erwähnten Diensten noch bleibt ist die Datensicherheit, bzw. -vertraulichkeit, um genauer zu sein.

Dieses Problem können wir jedoch lösen, indem wir die Daten bereits lokal bei uns mit einem nur uns bekannten Passwort verschlüsseln, und dann nur noch die verschlüsselten Daten übertragen werden.

Lösungen wie Truecrypt scheiden leider mehr oder minder aus, weil sie jeweils große Dateien anlegen, die dann als neue (logische) Festplatte eingebunden werden. Die dadurch zu übertragende Datenmenge ist jedoch zu groß.

BoxCryptor arbeitet anders: jede Datei wird einzeln für sich verschlüsselt. Das hat den Vorteil, daß, sollten wir nur an einer Datei Änderungen vornehmen, auch nur diese, nicht jedoch das gesamte Laufwerk, online abgeglichen werden müssen.

Dazu holen wir uns zunächst die kostenlose Version von BoxCryptor, die bis zu 2GB an Daten unterstützt.

Die Installation ist mehr oder minder selbsterklärend – immer auf next bzw. ok klicken.

Dropbox wird automatisch erkannt. Wenn wir hier direkt Ja auswählen, können wir die nächsten Schritte überspringen, und BoxCryptor mit dem Dropbox-Ordner verbinden. Wollen wir BoxCryptor z. B. mit dem LiveMesh Ordner verwenden, müssen wir hier die manuelle Variante wählen.

So können wir im nächsten Schritt auswählen, welches Verzeichnis die verschlüsselten Daten enthalten soll, sowie in welchem zusätzlichen Laufwerk die entschlüsselten Daten in Zukunft angezeigt werden sollen. Dort kann man mit den Daten so umgehen, wie man es von einer lokalen Festplatte gewohnt ist.

Erzeugen wir jetzt eine Datei im P: Laufwerk (wo unsere entschlüsselten Dateien angezeigt werden), sehen wir direkt (wenn wir z. B. eine schlecht O2-UMTS-Verbindung haben, so wie ich), wie die Synchronisation beginnt. Die Daten werden online abgeglichen und gesichert. Von dort können wir sie wiederherstellen oder auf andere Rechner übertragen.

Fazit

Nun sind wir in der komfortablen Situation, daß wir für ganz kleines Geld (0€) uns eine schöne Lösung gebastelt haben, mit der unsere wichtigen Daten, wie z. B. Familienbilder, sicher und für andere unzugänglich online gesichert werden. Ferner müssen wir uns um diesen Vorgang nicht mehr kümmern, er läuft automatisch im Hintergrund, so lange wir regelmäßig mit dem Internet verbunden sind.

Allein auf die Datenmenge müssen wir achten. Wer gerne fotografiert oder sonstwie Daten sammelt wird die 2GB Grenze schnell gesprengt haben und sollte mit etwas Strategie darangehen, die Daten auch längerfristig unter 2GB zu halten. Oder den Anbietern einen Obolus für die gelieferten Dienste zu zahlen, wobei die günstigsten Dienste bei Dropbox leider erst bei 10$/Monat anfangen, das ist ein Betrag, der sich im Laufe des Jahres durchaus bemerkbar macht, und evtl. auch in eine externe Festplatte wandern könnte, wobei wir uns hier wieder um die manuelle Datensicherung kümmern müssen, auch müssen wir diese immer dabei haben, um eine vergleichbare Funktionalität zu bekommen.

Natürlich ist die Festplatte dann viel größer sowie auch schneller. Alles hat eben seine Vor- und Nachteile.

In der hier gezeigten Kombination Dropbox<->BoxCryptor oder auch LiveMesh<->BoxCryptor lassen sich jedenfalls interessante und nützliche Dinge anstellen, die den Alltag deutlich einfacher machen können. Und für den Fall der Fälle eines Datenverlustes auf der heimischen Festplatte den Gau etwas abschwächen können, und das ganze auch für diejenigen Menschen, die nicht ständig daran denken wollen, welche Daten sie wann zu sichern haben, sondern sich einen automatischen Prozess wünschen.

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